Druckschrift 
Johann Friedrich Stark's Ev. Predigers zu Frankfurt am Main, Communion-Buch [Kommunion-Buch], oder die andächtige Seele in der Beicht und bei dem heiligen Abendmahl, sammt zwölf Regeln einer feinen äußerlichen Zucht, wie man sich zu des Herrn Tisch nahen soll
Entstehung
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an den christlichen Leser.o

Ich habe dieses Büchlein in zwei Haupttheile, und jeden in besondere Andachten eingetheilt. Wollte man in der Vorbereitungswoche den ersten Theil, und die folgende Woche den anderen zu seiner Erweckung an­wenden, so wird GOttes Geist solchen Seelen allezeit mehr Feuer, Licht, Kraft und Stärke verleihen. Es ge­hört gar viel zu einem wahren Christen, welches aber in diesen Zeiten die wenigsten glauben. Ein äußerlicher ehrbarer Wandel ist noch kein Christenthum, weil auch Heiden ehrbarlich gewandelt. Zur Beicht und zu heili­gen Abendmahl gehen, ist auch noch kein Christenthum, weil das auch die Heuchler thun; zur Kirche gehen, fingen, beten, hören, ist auch noch kein Christenthum, indem unter diesen äußerlichen Uebungen sich die ruch­Losesten Menschen verbergen. Hingegen beten, beichten, hören, zum heiligen Abndmahl gehen, ist nothwendig zum wahren Christenthum, befördert auch das Christen­thum auf eine selige und durchdringende Weise, wenn damit eine gänzliche Uebergabe an GOtt, ein Absterben der Welt, eine eifrige Nachfolge Jesu, und ein Ausgang aus Babels Sünden, Gewohnheiten, und Unarten ver­knüpft ist. Daß viele Menschen, wegen des unwürdigen Gebrauchs des heiligen Abendmahls, zeitliche, geistliche und ewige Strafen auf sich laden, lehret Paulus: 1 Cor. 10, 30. da GOtt etliche mit schweren Krankheiten, leib­lichem und geistlichem Tod heimsuchte, weil sie sich ohne würdige Vorbereitung, und ohne darauf folgende Heili­gung zu des Herrn Tisch naheten, und wer weiß, was die Ursache der Gerichte GOttes über viele Leute sein mögen? Wer sich nicht betrügen will, der nehme dieses zum gewissen Kennzeichen: nach dem würdigen Genuß des heiligen Abendmahls müssen die bisher geliebten und gewohn­ten Sünden, das Mitmachen mit der Welt und das Gleich­

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