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22 Sommerlied. Eigene Melodie.
Geh' aus, mein Herz! und suche Freud' in Dieser lieben Sommerszett( an deines GOttes Gaben; schau' nur der schönen Gärten Zier und fiehe, wie sie mir und Dir fich ausgeschmücket haben.
2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide.
3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg', Hügel, Thal und Felder.
4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speis't die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reb ift froh und kommt aus seiner Höh' in's tiefe Gras gesprungen.
5. Die Bächlein rauschen in den Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen. Die Wiefen liegen hart dabei und klingen ganz vom Luftgeschrei der Schaaf' und ihrer Hirten.
6. Die unverdroß'ne Bienenschaar fleucht hin und her, sucht hier und dar ihr' edle Honigspeiſe. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk' und Kraft in seinem schwachen Reiſe.
7. Der Waizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe.
8. Ich selbsten kann und mag nicht ruh'n, des großen GOttes großes Thun erweckt mir alle Sinnen. Ich finge mit wenn Alles singt, und


