Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge 1) für Gesunde, 2) für Betrübte, 3) für Kranke, 4) für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, den Sterbenden vorzusprechen, nebst Fest- Andachten ... / von Johann Friedrich Stark, Ev. Prediger zu Frankfurt a.M.
Entstehung
Einzelbild herunterladen

630

Die Sechswöchnerin schickt sich

ausgehen kann. 2) Sie soll bedenken, wie andere Wöchnerinnen schwere Krankheiten ausgestanden, ja gar gestorben sind. 3) Wenn sie überdies auch ihr Kind frisch und gesund sieht, so hat sie Ursache, diese hohe Wohlthat Gottes demüthig zu erkennen. 4) Ihr Kirchengang foll demnach mit Andacht, mit einem dank­baren Herzen und lobendem Munde geschehen, damit sie Gottes Güte allzeit dankend rühme.

Gebet.

Wie soll ich dem Herrn danken für alle Wohlthaten, die er an mir gethan hat? O du gnädiger und starker Gott, ich will nun meinen Aus- und Kirchengang halten, dir in deinem Tempel für deine gnädige Hülfe und deinen starken Beistand zu danken. Herr Gott, du hast mich glücklich entbunden, mein Leben erhalten, mein Kind mich fröhlich erblicken lassen; du hast mir die verlornen Kräfte wiedergegeben, daß ich nun im ganzen Wohlsein zu deinem Tempel mich nahen kann. In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörte mich und tröstete mich. Herr, ich danke dir, daß du mein Leben er­halten haft; ich danke dir, daß du mir meine Kräfte wieder gegeben haft; ich danke dir, daß ich nun durch deine Kraft meinen Aus­gang halten und dir für alle empfangenen Wohlthaten danken kaun; ach Herr, nimm das schwache Lobopfer meiner Lippen an.