Der gläubige Christ bringt
4. Dies aber soll man eifrig thun, Man soll den Tag hinbringen, Weil unsre Seel' in Gott soll ruh'n, Mit Lesen, Beten, Singen; Man höre fleißig Gottes Wort An dem von ihm bestimmten Ort, Und diene Gott von Herzen.
5. Am meisten denk an Gottes Macht, Wenn dein Aug' um sich schauet, Wie er die Schöpfung hat vollbracht, Da er die Welt gebauet, Mit Wolken sie schön eingehüllt, Mit reichen Gaben angefüllt, Zu Nuß und Freud' der Menschen.
6. Betrachte, wie auch Jesus Chrift An diesem Tag erstanden und aus dem Grab gegangen ist, Nachdem die Todesbanden Darinnen waren abgelegt; Wohl dem, der gläubig das erwägt Und Jesum dafür preiset.
7. Der heil'ge Geist ist sicherlich Am Sonntag ausgegossen; O Reichthum, welcher gnädiglich Auf uns auch kommt gefloffen. Denn dieses Geistes Kraft und Licht Verfaget uns der Höchste nicht, Zum Glauben uns zu bringen.
8. An diesem Tage sollst auch du Dich deiner Tauf' erfreuen, Und in der stillen Seelenruh' Den Bund mit Gott erneuen; Und denk daran die ganze Woch', Ia auch, so lang du lebest noch, Erfreu' dich deiner Taufe.
9. Hierbei erwäge allezeit, Was Gott dir hat gegeben, Wie er nach seiner Gütigkeit, Erhält annoch dein Leben; Wie er dich schützet und ernährt, Wie dich sein heilig Wort noch lehrt Und zu dem Himmel führet.
10. Du sollst in deinem Christenthum An diesem Tag zunehmen, Und dich zu deines Gottes Ruhm Der Frömmigfeit nicht schämen; Du sollst in Gottes Tempel steh'n, Wenn Andere der Sünd' nachgeh'n, Und sein Wort fleißig lesen. 11. Dem Wort gib in dem Herzen Plaz,
Und zeig' es in den Früchten, Und sammle in dir einen Schatz, Der dich wohl kann aufrichten In Traurigkeit, in Angst und Noth, In Krankheit, Trübfal und im Tod, Ja auf dem Sterbebette. 12. So wird dir Gott auch gnädig sein, Es stellet sich der Segen, Ach, glaub' es, bei dir reichlich ein Auf allen deinen Wegen; Und so wirst du beglücket steh'n, Und als ein Gotteskind eingeh'n Zur wahren Sabbathsruhe.
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