IV
Vorrede.
zum Gebet nöthig wäre, so findet sich eine andere Art Menschen, welche es für eine Schande halten, ein Gebetbuch im Hause zu haben, und sich eines solchen Zustandes heiliger Gedanken rühmen, daß sie sich damit völlig begnügen können. Ich gebe dieses solchen Seelen zwar in gewissen Zeiten zu, möchte fie
wohl fragen, ob ihnen nicht auch ein Seelen- Zustand bekannt sei, welcher die geistliche Dürre heißt, wo dem betrübten Gemüthe nicht ein guter Gedanke, kein Spruch oder Trost zufließen will.
Kinder Gottes gehen hierin nach meiner Erfahrung den Mittelweg; nämlich wenn sie ein Morgen- oder AbendGebet lesen, so bekommen sie dadurch verschiedene schöne Betrachtungen und Gedanken, die ihnen vielleicht sonst nicht beigefallen wären.
Hiemit aber ist ihre Andacht nicht beendigt, sondern sie tragen Gott insbesondere ihr besorgliches Leiden, ihre Bekümmerniß, ihre obschwebende Gefahr, ihre betrübten Umstände und die der Ihrigen vor; setzen sie noch eine andere Betrachtung dazu, so wird, wenn dieses mit Andacht geschehen, die Seele den ganzen Tag hindurch erquickt und bei Gelegenheit an das Gelesene erinnert werden.
Und weil man zu diesen Zeiten so viel von Krieg, ansteckender Seuche und Theurung, mit dem Gott die Länder heimsucht, vernimmt, so hat der Herr Verleger dafür gehalten,


