Morgen- Lieder.
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und mit Singen ein Morgenopfer bringen.
2. Viel hundert Wochen hab ich schon im Leben an gefangen, und keine jemals ist davon erlebet und vergangen, in welcher nicht ein Gnadenlicht von Gott mich angeblicket und tausend Guts geschicket.
3. Das Leid und Leiden dieser Zeit, so mir auch mit begegnet, hat er durch viel Zufriedenheit gemildert und gesegnet; daß er hat nie in Angst und Müh mich trostlos lassen stehen, noch drinnen untergehen.
4. Ach, fallen mir die Sünden ein! was wird in so viel Wochen für Schuld nicht aufgelaufen sein? Und doch, was ich verbrochen, hat er dabei auf Buß und Reu in Christo mir verziehen und. alle Huld verliehen.
6. Jedoch in Christo willst du dir es wohlgefallen lassen. In Christo will ich ferner mir die gute Hoffnung fassen, daß du mich wirst, mein Lebensfürst, bei allen meinen Werken in dieser Woche stärken.
5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, und danke dir von Herzen. Ach, meine Schwachheit machet mir Bekümmerniß und Schmerzen: daß meine Pflicht dich also nicht kann loben, als sie sollte, und ich doch gerne wollte.
7. Mein Aus- und Eingang sei beglückt an Seelund Leibessegen. Bring mir, was meinen Geist erquickt, in deinem Wort entgegen: denn dies allein soll einzig sein, was ich mir zum Ergößen zeitlebens werde setzen.
8. Doch aber soll sich meine Zeit mit dieser Woche schließen: ei nun, so wird die Ewigkeit mir allen Tod versüßen. Denn dich und mich, ja mich und dich, kannweder Freud und Leiden, noch Tod und Leben scheiden.
9. Wohlan, so mags gleich wunderlich in dieser Woche gehen: es kann doch anders nicht um mich als gut und heilsam stehen; denn was Gott fügt, wird mich vergnügt bei allen meinen Sachen und endlich selig machen.
( Adam Reußner.)


