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[Züllichau'sches Gesangbuch] : [nebst] Die Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Fest-Tage ... [und] Züllichau'sches Gebet-Buch, in welchem Morgen- und Abendsegen
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Morgen- Lieder.

Augenblick, und so lang ich werde leben, über meinem Haupte schweben.

4. So würd ich bekennen müssen: Herr, wie viel ist meiner Feind', denen du mich haft entrissen, theils auch noch vorhanden seind! Ich würd mich entseßen schier, wie du oft erzeuget mir, Hülfe, Gnade und Wohltha­ten, wenn ich in Gefahr ge­rathen.

Sünd und Laster zu begehen, so gib, daß ich solche meid. Reizen mich mein Fleisch und Blut, zeigt die Welt mir Ehr und Gut, laß mich ja zu Nichts verführen, das sich thäte nicht gebühren.'

8. Wenn ich aber was vornehme, draus zuvörderst deine Ehr und des Nächsten Nußen käme, oder sonsten rühmlich wär, so befördre du das Werk, gib dazu Rath, That und Stärk. All mein Arbeit muß gedeihen, wenn du, Herr, thust Gnad ver­leihen.

dr. Drum so sei all mein Vermügen, dich zu loben dran gestreckt. Mein Gebet laß vor dir tügen, wie ein Opfer angesteckt; und ver- 9. Von mir ſelbst bin ich leih, daß dieser Tag mir auch glücklich scheinen mag. Ach daß ich ihn doch mit Liebe und in deiner Furcht ver­triebe!

untüchtig, zu befördern meine Sach; die Begierden sind nicht richtig, der Verstand ist viel zu schwach; schwach ist meiner Seelen Kraft, und der Leib oft mangelhaft, meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwer­lich.

TINO,

6. Gib, daß ich mag recht erwägen, was erfordert meine Pflicht; was derselben läuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Mein Ge­danken und Verstand richte, Herr, nach deiner Hand, daß ich recht mein Amt verwalte, rein Gewissen stets behalte.

7. Würd ich etwa heute sehen allerhand Gelegenheit,

10. Drum, Herr, all mein Thun und Laffen sei dir alles heimgestellt; führe mich auf rechter Straßen, mache, wie es dir gefällt; segne den geringen Fleiß, lehre mich, was ich nicht