Lieder nach dem heiligen Abendmahl.
2. Du hast mich jetzt geführet, o HErr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret dein edle Güter allzumal. Da hast du mir gegeben, umsonst und mildiglich das werthe Brot zum Leben, das sehr ergetzet mich. Du hast mir zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet ſein.
3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit, du hast mir voll gemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach GOtt! du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst; du hast mich lassen schmecken das köstlich Engelbrot, hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod.
4. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebſter JEsu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem. theuren Blut, und Dich zu mir gelenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hilf und Rath.
5. Wie kann ichs aber fassen, Herr JEsu, daß du mit Begier dich hast so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge, besuchest deinen Knecht: ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und schlecht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlik schaue dort in der Ewigkeit.
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6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; HErr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich, boshaft vom Gemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest du hernieder zu mir dem Sündenmann geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann?
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