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Beicht- und Communionbuch / von Wilhelm Baur
Entstehung
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II. Das Abendmahl.

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Propheten, Priester und König, in sich aufnehme. Eig­neten sich die Kinder Israels bei ihrem Osterlamm die Gnade Gottes immer wieder an, welche ihr Volk einst aus Ägyptens Knechtschaft geführt, so empfangen wir im Abendmahl die Gnade Gottes in Christo, welche uns erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und der Gewalt des Teufels. Bildete sich um das Osterlamm Israels eine heilige Familie, so sehen auch wir uns in der großen Gemeinde um den Altar des Herrn als seine Brüder und Schwestern und Gottes Kinder an. Aßen die Kinder Israels das Osterlamm mit ungesäuertem Brot und bittern Salzen, so bringen wir die Bitterfeit der Reue hinzu und die Lauterkeit des Glaubens, damit in dem heiligen Mahl die Sünde abgethan und Christus aufgenommen werde. Und aßen die Kinder Israels das Mahl als die Hinwegeilenden, die Lenden gegürtet, Schuhe an den Füßen, Stäbe in der Hand,- so oft wir unser heiliges Mahl genießen, in jungen oder alten, gesunden oder kranken Tagen, im Frieden oder im Krieg, wir nehmens als eine heilige Wegzehrung, denn wir haben hier keine blei­bende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei! Es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei! Kommt, stärket euern Muth, zur Ewigkeit zu wandern von einer Kraft zur andern - es ist das Ende gut!

2. Christus ist des Gesetzes Ende, indem er des Gesetzes Erfüllung ist. Seine Vorschriften hat er gehalten, seinen

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