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Gesang-Buch für die evangelischen Gemeinden im Fürstenthum Hildesheim nebst einem Gebet-Buche zur Kirchen- und Haus-Andacht : [nebst] Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Fest-Tage
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Geschichte vom Leiden, Sterben

( Nach dem Evangelio des zweiten Ostertages, wo zugleich die nachy 1. Cor. 15, v. 5, dem Petro besonders geschehene Erscheinung erwähnt wird.)

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und am Abend desselbigen Tages feinen versammelten Jüngern, ( Siebe den ersten Theil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern, verglichen mit Marc. 16, 14. Luc. 24, 36-49.)

denen er acht Tage darauf, im Beisein des Thomas, zum andernmale erscheint.

( Siehe den andern Theil des Evangelii am ersten Sonntage nach Oftern.) Darnach offenbarte sich Jefus abermal den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißt Zwilling, und Nathanael von Cana in Galiläa und die Söhne Zebedäi und andere zween feiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will bin fiichen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald, und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wußten's nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und tonnten's nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der Herr. Da Simon Petrus hörte, daß es der Herr war, gürtete er das Hemd um sich,( denn er war nackt,) und warf sich in's Meer. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe,( denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen,) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen fie Kohlen gelegt, und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf's Land voll großer Fische, hundert und drei und fünfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Net nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Nie­mand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist du? denn sie wußten, daß es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und giebt's ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das drittemal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Todten auferstanden ist. Nachdem sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jefus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jefus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warst, gürtetest du dich selbst, und wandelteft, wo du hin woll­test. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das