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Geschichte vom Leiden, Sterben
denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Ga muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn.
Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwerten und mit Stangen ausgegangen, mich zu fahen; bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, aufdaß die Schrift erfüllet werde. Das ist aber alles geschehen, aufdaß erfüllet werde die Schrift der Propheten.
Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Leinewand fahren und flohe bloß von ihnen.
Zweite Abtheilung.
Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte.
Die Schaar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden
an führten zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherprieffer war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zum Hohenpriester Caiphas( das ist, zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohepriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten.
Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, danieden mitten im Palast, denn es war falt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich, aufdaß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmte, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warst auch mit dem Jesu von Galiläa? Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen und sprach: Weib, ich bin's nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest.
Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die es gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß


