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Wetter- Gebete.
lich und die Bäume auf dem Felde sind verderbt und sonst viel Schaden und Jammer geschehen. Nun, unser GOtt! Du bist gerecht in Allem, was Du uns jetzt gethan haft, alle Deine Werke sind rechtschaffen und alle Deine Gerichte sind unsträflich, denn wir haben übel gethan, damit, daß wir von Dir männiglich abgewichen und Dir bisher ungehorsam gewesen sind: 3war, Du hast uns ein Hartes versetzt und das Brod, Wein und die Nahrung von unserm Munde hinweggenommen, aber Du haft dennoch in Deinem Zorn um Deines Namens willen uns, Dein Volk, nicht gar verstoBen, noch Deine Barmherzigkeit von uns genommen, sondern uns in der Trübsal die Gnade erzeigt, daß wir an Leib und Leben, an unserm Haus und Hof unversehrt ge= blieben sind und noch etliches Feldes verschont worden. Daran ist, o HErr! Deine Güte schuld, daß wir nicht gar aus sind, dafür wir auch von Herzen Dank sagen. Wir bitten Dich aber, herzlicher Vater! demüthiglich und kommen vor Dich mit zerschlagenem, betrübtem Geist, Du wolleft uns in unserm Kreuz und Elend durch Deinen heiligen Geist trösten und lehren, daß wir nicht wider Dich und Deine Creatur, sondern vielmehr wider unsere Sünden, mit welchen wir noch wohl größern Fluch verdient hätten, murren, solchen zugefügten Schaden für eine väterliche Züchtigung mit Geduld erkennen und ertragen und hinfüro unser sündliches Leben bessern. Dieweil aber Deine Hand nicht zu kurz ift, noch Dir zu schwer, durch viel oder wenig zu helfen, so wollest Du, o treuer GOtt! uns das Wenige, so in dem Wetter auf dem Felde überblieben, desto reichlicher segnen, Deine Kinder zu dieser bösen Zeit speisen und ernähren und vor großem Unfall binfüro väterlich behüten. Erhalte uns doch noch länger bei Deinem heiligen Wort in gutem beständigen Frieden; gieb uns gefunden Leib und pflanze in unser Herz die brüderliche Liebe, daß Einer sich


