Wetter- Gebete.
305
dammniß leider nur allzuwohl verschuldet habe. Aber ach, mein lieber Vater, ich komme in der Zeit der Gnaden zu Dir und bitte Dich um Deines lieben Sohnes JEsu Chrifti, meines lieben Sündenträgers und Gnadenthrons willen, Du wolltest mir alle meine greulichen Sünden verzeihen, Deinen gerechten Zorn gegen mich schwinden und fallen lassen, mich auch sammt den Meinigen in Deinen gnädigen, allmächtigen Schuß und Geleite fassen, Deine Flügel über mich ausbreiten und da es zu Deinen Ehren und meiner Seligkeit gereichen soll, mich in diesem Wetter unbeschädigt erhalten. Wo es aber in Deinem Rath beschlossen ist, daß ich soll von hinnen scheiden, mich gnädiglich aus diesem betrübten Jammerthal in Deinen himmlischen Freudensaal leiten. Hilf, allerliebster Vater! daß der Donner mein schlafendes Gewissen erwecke, daß ich Dich, starfer GOtt! fürchte und vor Augen habe, verkürze die Zeit und laß einmal den letzten Donner und Posaunen erschallen, daß ich sammt allen, die in den Gräbern sind, auf solches Getöne mit Freuden aufwache, Deinem lieben Sohn in den Lüften entgegen gerückt werde, Dich von Angesicht zu Angesicht sehe und unter Deine Schäflein gestellt die freudenreiche
Benj. Schmolt.
20


