Geistreiche und andächtige
4. Denn wenn Du, wie wir würdig sind, wirst unser Thun belohnen, so kann kein Sonnenschein noch Wind der armen Menschen schonen, und wird also in aller Eil' uns nun vielmehr Dein Donnerkeil zerschlagen und zerschmettern.
5. Doch, HErr! Du wirst Dir Deinen Ruhm ja nimmer lassen nehmen, wir sind ja doch Dein Eigenthum, wiewohl wir uns fast schämen, und billig mit gesammter Hand verfluchen unsern Sündenstand, darein wir sind gerathen.
6. Es ist uns leid, was wir gethan, hilf, daß man sich bekehre, und führ' uns, GOtt! auf eb'ner Bahn und Deinen Willen lehre! Erhör', HErr! unsers Herzens Stimm' und straf' uns nicht in Deinem Grimm, auch nicht in Deinem Eifer.
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7. Laß diesen Donner nur allein ein Zeichen Deiner Gnaden, nicht aber Deines Eifers sein, und laß ihn ohne Schaden, o liebster GOtt! vorüber geh'n, damit wir Alle klärlich seh'n, daß Du seist meine Güte.
8. So wollen wir hinwiederum, so viel hier unser Leben, ganz wohl bedacht mit heller Stimm' Dir die Gelübde geben: daß wir, o GOtt! bei Dir allein im Tod und Leben wollen sein; es geh' uns, wie es wolle.
Das sechste Gebet.
ewiger, allmächtiger, wahrhafter, lieber, treuer GOtt, himmlischer Vater! Ich erkenne und bekenne von Grund meines Herzens, daß ich leider ein großer, schrecklicher Sünder bin und die Zeit meines Lebens böslich mit wissentlichen und unwissentlichen Sünden zugebracht, auch damit nicht allein zeitliche, sondern auch ewige Strafe und Ver


