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Herrn Benj. Schmolkens, Pastor Prim. [...] von Schweidnitz Gott geheiligte Morgen- und Abend-Andachten : sammt dessen Lebens-Beschreibung und beigefügten Wetter-Gebeten
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Wetter- Gebete.

6. Israel mag gleichwohl am Horeb flüchtig werden, da Deine Majestät mit Fluch und Donner schreckt; mich aber zieht Dein Schall zum Himmel von der Erden, so bleib' ich vor dem Sturm, vor Noth und Tod bedeckt.

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7. Mich hat mein Glaube schon von banger Furcht be= freiet! da ich nunmehr Dein Kind, nicht Knecht alleine bin, des Geistes Freudigkeit, die Deine Furcht erneuet, nimmt, was noch heidnisch ist, aus meinem Fleische hin.

8. Ich zähle zwar die Meng' der Sünden an den Schloßen, die der erregte Sturm auf Frucht und Felder streut; doch mit dem Regen kommt Sein Zährenstrom ge­flossen, der Brust und Herzen hilft zu neuer Fruchtbarkeit.

9. Kaum wach' ich Sünder auf aus jenem Schlaf der Sünden, der mir den Untergang bereits gedrohet hat, so läßt mein Goel sich als einen Bürgen finden, und wandelt Furcht in Trost, gleichwie den Zern in Gnad'.

10. Er läßt mich mit Vernunft jetzt aus der Wirkung schließen, daß, wie zur Fruchtbarkeit das Donnern dienlich war, so habe GOttes Ernst auch mich erwecken müssen; mithin vergeß ich schon der Angst und der Gefahr.

11. Immanuel, mein Hort, wird mich, Sein Schäflein, decken, da Er den Himmel selbst zum Schafftall mir ge­weiht; daß ich die Glaubenshand getroft nach Ihm strecken, weil er mir auch im Sturm die Hand der Liebe beut.

12. Mein Hort! befestige der Jünger schwachen Glau­ben, daß sie auf Dir, dem Fels, bis in den Tod besteh'n, in Deiner Seitenhöhl' verwahr' uns, wie die Tauben, so werden Sturm und Strahl beglückt vorübergeh'n.

13. Heißt aber dies die Stund', mein Heiland! mich zu richten, so muß die Gnad' so groß als meine Sünde sein! Nicht in dem Wetter nur nach Deinen Mittlerpflichten, so führt, Elia gleich, die Seel' zum Himmel ein! Amen.