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Geistreiche und andächtige
mich und behüte mich! Der HErr erleuchte Sein Angesicht über mich und sei mir gnädig! Der HErr erhebe Sein Angesicht auf mich und gebe mir Friede. Amen.
Lied,
bei entstandenem Ungewitter, zur Erweckung der Andacht zu gebrauchen.
M. Christoph Bezels, P. L. C. Mel.: Mein Vater, zeuge mich 2c.
Jeht, da das Firmament bewegt und trauernd ſtehet; die
Erde ganz erbebt; das Vieh ganz schüchtern eilt; da selber die Natur vor GOtt zu eifern gehet, bin ich der Mensch allein, der mit der Buß' verweilt.
2. Ich sehe Blizz und Feuer und höre meinen Schöpfer, der meiner Sicherheit schon mit dem Garaus dräut; mit Recht verwirft mich GOtt, gleichwie den Thon der Töpfer, weil ich so mißgebraucht den Schatz der Gnadenzeit.
3. Je öfter ich, mein GOtt! die Besserung versprochen: je mehr mich Deine Huld an Liebesseilen zog, je mehr hat nach der Zeit das böse Kind verbrochen, das durch die Heuchelbuß' sich bis hieher betrog.
4. HErr! wolltest Du mit uns in das Gerichte gehen, wär' Deine Huld erschöpft und lohntest Du nach Recht; wer wollte, Heiligster! vor Deiner Macht bestehen? doch Deine Langmuth trägt das sündliche Geschlecht.
5. Du willst der armen Erd', der schnöden Asche schonen, die sich voll Blödigkeit vor Deinem Throne beugt! Du pflegst nicht nach Verdienst und nur nach Gnad' zu lohnen, wenn unser Weihrauch nur Dein Vaterherz erreicht.


