Allgemeines Morgen- Gebet.
Heiße ferner von mir sein; was Du mir zu thun erlesen, Laß mich ungehindert schaffen, daß ich diesen ganzen Tag In Geschäften des Berufes keine Trägheit zeigen mag. Hilf, daß ich nichts unterlaß, nichts vergesse, nichts verschiebe,
Nichts zur Unzeit nehme vor, oder sonst Versäumniß liebe: Daß die Nacht mich nicht zum Tage, und der Tag zur Nacht gemacht,
Noch mein Leib durch schnödes Sorgen vor der Zeit ins Grab gebracht.
Treib' durch Deinen Schuß von mir böse Menschen, böse Thiere;
Laß nicht zu, daß mich mein Gang auf Verführungs- Wege führe,
Daß ich nicht Gesellschaft finde, die auf mein Verderben sieht,
Oder sonsten wohin gehe, da mein Ungelücke blüht. Soll ich endlich diesen Tag noch auf Erden überleben, Wolleft Du in Fried' und Ruh' einen Feierabend geben, Daß ich alsdann nicht gefränkter und betrübter schlafen geb',
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Als ich jetzt an diesem Morgen, HErr! vor Deinen Augen steh'.
Und in Summa, nimm hinweg Alles, was mich sonst betrübet,
Hind're Alles gnädiglich, was mir etwa Schaden giebet. Soll der Tag mein letzter heißen, o so steh' mir endlich bei,
Daß mein Ende nicht unselig und mein Tod nicht
böſe sei.
Benj. Schmolk.
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