Benjamin Schmolkens
Straf' mich nicht, verwirf mich nicht, und verlaß mich nicht in Sünden.
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Hilf, daß auch der Feind der Seelen keine Macht an mir erhält
Und mit seinen Höllen- Stricken mich nicht gar zu Boden fällt.
Ach, vergieb, wenn schnöden Lüsten ich mein Herze eingeräumet,
Wenn ich Sündliches gedacht, wenn ich Schändliches geträumet,
Meine Lagerstatt beflecket, mein Gewissen sehr verletzt, Meinen Nächsten nachgestellet und mich wider Dich gesetzt.
Frommer GOtt, verhänge nicht, daß der Tag, der mir erschienen,
Als ein unglücksel'ger Tag mir zum Falle möge dienen. Deine Gnade zu verscherzen, im verstockten Sinne geh'n, Und also von Deinem Himmel ewiglich getrennt zu steh'n, Der Du Vater bift des Lichts, ach, erwecke mein Gewissen, Daß es diesen Tag nicht schläft, weil die Augen wachen müssen;
Laß mich heute nichts Verkehrtes denken, reden oder thun, Deinen Zorn und mein Verderben nicht vor meiner Thüre ruh'n.
Laß die Nacht der Finsterniß mit der Nacht sich von uns kehren,
Laß mich nicht mein Brod umsonst nur mit Müßiggeh'n verzehren.
Hilf, daß ich den Tag nicht brauche wie ein Kind der Finsternis,
Noch das Licht von Deiner Sonnen meinen Sünden schaden müß':
Faulheit, Unbedachtsamkeit und unordentliches Wesen


