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3. Nur ich bin sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.
4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben.
5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn; Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. 3.T. Hermes.
113.1achet auf! ruft uns die
Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf! Der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; Ihr müsset ihm entgegengehn.
2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz thut ihr vor Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl.
3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt, wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehen, Kein Ohr hat je gehört solche Freude; Drum jauchzen wir
und singen dir Das Halleluja für und für. Ph. Nicolai.
114. Terusalem, du hochgebaute
Stadt, Wollt Gott,
wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt.
2. O schöner Tag, und noch viel schönre Stund, Wann wirst du kommen schier, Da ich mit Lust, mit Freud und freiem Muth Die Seele geb von mir, In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland.
3. Im Augenblick wird sie erheben sich Bis an das Firmament, Wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich Die Stätt der Element, Fährt auf Eliä Wagen Mit heilger Engel Schaar, Die sie in Händen tragen, Umgeben ganz und gar.
4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, Thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit Und mir Gott hat gegeben Das Erb der Ewigkeit!
5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, Seh ich die beste Kron, Die Jesus mir, der Herre, Entgegen hat gesandt, Da ich noch war von ferne In meinem Thränenland.
6. Propheten groß und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weilanddort trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl.


