für Unfruchtbare.
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tesdienst verhinderten, ja, vielleicht würde das Kind viel Betrübniß machen, wenn es Gott nach seinem Rath wieder sterben ließe; darum, weil Gott die Stärke und Schwachheit der Menschen besser kennet, als sie selbst, so beweist er ihnen darin eine besondere Gnade, welche sie doch aus Unverstand für keine Gnade halten. 5) Sonderlich aber sollen sich Eheleute ja wohl hüten, daß sie keine Kinder von Gott mit Murren und Grämen, und mit ungeduldigem Flehen erzwingen wollen. 6) Es sollen gottselige Ehefrauen den Spruch Pauli 1. Tim. 2, V. 15. nicht mißbrauchen, wenn es heißt: Das Weib wird selig werden durch Kinderzeugen, so sie bleibet im Glauben und in der Liebe, und in der Heiligung sammt der Zucht. Denn in dem Spruch sagt Paulus nicht, daß die Weiber sollen durch Kinderzeugen selig werden; denn wir werden durch das Verdienst Jesu Christi, und um seines vergossenen Blutes willen vor Gott gerecht und selig, Röm. 3, V. 24., Röm. 5, V. 1., und nicht durch Kindergebären; denn wenn das wahr wäre, so müßte ja gar keine Jungfrau selig werden können, welches wider Gott und sein heiliges Wort ist, sondern führt diesen Spruch zum Trost der Ehefrauen an, nämlich: Ob ihnen Gott schon große Schmerzen in der Geburt aufgelegt, darum, weil sich das Weib im Paradies verführen lassen, und die Uebertretung und Sünde eingeführt hat, daß jedoch Gott in der Geburt ihnen wolle beistehen, durchhelfen; sie sollen doch selig werden, ob sie gleich durch solches schmerzhafte Kindergebären den Zorn Gottes fühlen, nämlich, wenn sie würden in solchem Stande bleiben im Glauben an den Herrn Jesum, in der Liebe gegen Gott und die Menschen,


