694 Die gottselige Mutter danket Gott zc.
nunmehr so weit kommen lassen, daß es zu seiner Erhaltung stärkere Speise bedarf. Gelobet sei deine Barmherzigkeit, daß du ihm die Mutterbrust bisher gesegnet hast, daß es zu Kräften gekommen, und von dir das Gedeihen empfangen hat. Habe Dank für deinen Segen, habe Dank für deinen Schuß, habe Dank für deine Treue und Gnade. O Herr! du thust alle Tage noch das größte Wunder, da du in der Mutterbrust Speise und Trank in Milch verwandelst, und derselben eine nährende Kraft beilegest, daß die Kinder dadurch gelabet, erquicket und gestärket werden. Ach Gott! hast du nun meinem Kinde die Mutterbrust gedeihen lassen, ach! so segne ihm auch die übrige Speise und Trank, dazu ich es angewöhnen will, gib, daß es sich dazu williglich bequeme, laß es auch dadurch ferner wachsen und mit jedem Tage, Woche und Jahr an Kräften zunehmen. Bleibe auch bei ihm, wenn es will anfangen zu gehen, begleite es durch deinen Engel, halte es, wenn es fallen will, behüte es, wenn Gefahr vorhanden ist. Ach! laß dieses mein Kind dir empfohlen sein, an Leib und an der Seele, stärke es auch an dem inwendigen Menschen, heilige es durch deinen heil. Geist, daß es in Gehorsam und Gottesfurcht sich gern erziehen lasse, nicht widerspenstig sich beweise, sondern als ein frommes Kind gern folge und höre; gib ihm deinen heil. Geist und ein frommes Herz, damit ich allhier Freude an ihm erleben und mit ihm zu deiner Herrlichkeit eingehen möge. Sehr groß, o Herr! ist deine Güte, die mich beschütet und behütet, ich will sie rühmen hier auf Erd, so lang ich Athem haben werd. Amen.


