Die Kindbetterin verrichtet ihr zc. 677
6. Gott sei gelobet und gepreist, Die Noth ist nun verschwunden, Der alle Bande leicht zerreißt, Der hat mich auch entbunden; O großer Gott, ich danke dir, Ja danket, danket Gott mit mir; Lobt seine Gnad und Güte.
7. Ja ich will nun mit Lob und Preis Die Zeit mit Gott hinbringen, Hinfüro auch mit allem Fleiß Die große Gnad besingen; Ich will ihn loben, wo ich geh, Ich will ihn loben, wo ich steh; Lobt seine Gnad und Güte.
8. O großer Gott, ich danke dir Für dein getreues Lieben, Daß du so gnädiglich bei mir In meiner Noth geblieben, Und nunmehr mich davon befreit, Dir sei Lob, Preis in Ewigkeit; Lobt seine Gnad und Güte.
Die Kindbetterin verrichtet ihr Morgengebet.
Aufmunterung.
Ist Beten und Gott anrufen die tägliche Arbeit eines jeden frommen Christen, wie vielmehr soll eine Sechswöchnerin mit Gebet den Tag anfangen und schließen, sonderlich da in diesem Stande ihr und ihrem Kinde so vielerlei begegnen kann. Wenn sie aber sich und ihr Kind in die Hand Gottes empfohlen hat, so kann sie auch desto getroster auf die göttliche Hilfe sich verlassen. Es soll demnach eine Sechswöchnerin am Morgen 1) Gott danken für die verliehene Nachtruhe, 2) sich und ihr Kind Gott übergeben und anbefehlen, daß er sie behüten, segnen und bewahren wolle. 3) Sie soll auch mit guten Gedanken den Tag hinbringen, und die bestimmte Ruhe und Danksagung genießen. 4) Und so ja noch Beschwerlichkeiten übrig wären, welche sich nach der Geburt einzufinden pflegen, dieselben mit Geduld ertragen und glauben, daß der Gott,


