VII
bei einem Liede entstanden, welches den Heerführer unserer gesammten Kirchenliederdichter zum Verfaffer hat, den Mann, welcher vielleicht mit jenem von Gott geweihten Sänger sagen durfte( Ps. 45.) mein Herz dichtet ein feines Lied; ich will singen von einem Könige; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers." Ich denke hier an das bekannte Adventslied von Dr. Luther( Halberstädtisch. Gesangb. Nr. 9.)„ Nun komm der Heiden Heiland!" Ob man dieses Lied unverändert abdrucken lassen, oder ob man eine Umarbeitung versuchen, oder ob man dasselbe aus dem kirchlichen Gebrauche gänzlich entfernen solle? über diese Fragen können die Aussprüche gleich achtungswerther und gleich sachkundiger Männer in der That verschieden seyn. Die Entscheidung ist, ohne eine entgegenstehende Ansicht bekämpfen und verwerfen zu wollen, dahin ausgefallen, dieses Lied als ein altes Denkmal der uranfänglichen Liederverdeutschung unberührt stehen zu lassen, dagegen aber das entsprechende, leichter verständliche und fangbare Lied von J. Frank:„ Komm, Heiden- Heiland, Lösegeld zc. Nr. 846, in den Anhang aufzunehmen. Wenn man in Betracht ziehen will, daß der Dank der evangelischen Kirche dafür, in Luther den Ersten zu verehren, der im Jahre 1523 Kirchenlieder für dieselbe gesammelt hat, anfänglich so weit gegangen ist, anzuordnen, daß keine andern Lieder, als die in Dr. Luthers Gesangbuche befindlichen, in der Kirche gesungen werden sollen: so wird man sich erflären können, warum jetzt wenigstens Bedenken gehegt worden sind, über ein von Luthers Verdeutschung herrührendes und von je an zur Sammlung gehörendes Lied das Urtheil der Ausstoßung auszusprechen.
Diese wenigen Bemerkungen werden hoffentlich dazu dienen, der nachfolgenden Sammlung einen leichtern Eingang in den Gemeinden zu verschaffen, und dazu sind sie niedergeschrieben worden.
Dem Herrn aber sey Dank und Ruhm in der Gemeinde für die Behütung und frische Ausstattung dieses Buches! Er, der Herr, geleite dasselbe ferner in die Kirchen und Schulen, in die Häuser, in die Gebete und in die Herzen der evangelischen Christenheit dies ses Landestheils, und lasse von dem Feuer der Andacht, welches an allen vorgenannten Orten sich als ein Opfer entzündet, auch etliche Gnadenfunken der Freude und des Trostes in die Seelen derer fallen, denen die Vollendung dieser Arbeit ein Gebetswerk und daneben eine stete Uebung des Fleißes und der Geduld gewesen ist!
Magdeburg, den 29. Mai 1855.mimit alltidrop anu slaid Der General- Superintendent für die Provinz Sachsen. istisa nis tisdal neditopsi D. Möller. 19 dis
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