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Erinnerung, Trost und Gebet
in der Geburt, zu träg in der Erziehung der Kinder, oder zu niedergeschlagen im Kinderkreuz seyn, so erkenne ich daraus deine Güte, die meiner schonen und mich nicht über Vermögen versuchen lassen will. Gibst du mir aber nicht die Kinderfreude, so laß mich in dir desto mehr mich freuen, daß ich dich herzlich lieben, an dir all' mein Ergötzen und Vergnügen haben möge. Laß mich, indessen im Glauben an dich, dreieiniger Gott! in der Liebe gegen meinen Nächsten, in der Heiligung des Lebens bleiben, ja, laß mich in Zucht und Ehrbarkeit vor Jedermann wandeln. Laß deinen heiligen Geist mein Herz immer mehr und mehr überzeugen, daß dieses dein gnädiger Wille über mich sei, dem ich mich dann von Grund meiner Seele ergeben will. Bewahre indessen mein Herz vor Neid, Argwohn, Ungeduld, Mißvergnügen gegen meinen Ehegatten, daß ich ihn gleichwohl herzlich liebe, ihn für mein Kind halte, und ihn lieber habe als zehn Söhne und Töchter. Ist's dein Wille, daß ich eine Zeitlang warten, und du mich dennoch zu einer fruchtbaren Mutter machen, und an mich wie an Hanna gedenken willst, so überzeuge mein Herz von diesem deinem gnädigen Wohlgefallen; willst du mir aber keinen Erben geben, HErr! so soll das mein Erbe seyn: daß ich deine Wege halte. Jesus soll meines Herzens Trost und mein Theil seyn. HErr, HErr! es ist dir Alles möglich; hast du Sara und Elisabeth über die Zeit der Natur schwanger werden laffen, so ist es dir auch ein Geringes, meine bisher unfruchtbare Ehe zu segnen. HErr! laß dich erbitten, so will ich für diese Gabe dir mein Lebenlang danken, und sie dir zum Preis und zu Ehren erziehen; ich will sie dir durch die heilige Taufe wieder weihen. Laß mich auch nicht scheel sehen, wenn du Andern das Haus voll Kinder giebest, sondern lasse mich desto mehr Liebe, Gnade und Barmherzigkeit an armen und verlassenen Kindern erweisen, dieselben kleiden, versorgen, pflegen. Nun, HErr! deine Güte sei über uns, wie wir auf dich hoffen; erfreue mich, tröste mich, hilf mir, gib mir Kinder, wenn es dir wohlgefällt, aber nicht im Zorn, nicht zu meiner Strafe, nicht zu meiner Schande. Ist's mir nützlich, so gewähre mir nach deiner Barmherzigkeit meine Bitte, ist's aber dein Wohlgefallen nicht, so will ich dir kein Kind abzwingen, ja, ich will gegen deinen gnädigen Willen nichts, und auch keine Kinder haben. HErr! ich habe mein Herz vor dir ausgeschüttet; ach! schicke es,


