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Johann Friedrich Stark's, weil. evang. Predigers und Consistorialraths zu Frankfurt a.M., Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen : enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende ; ferner Sprüche, Seufzer und Gebete, den Sterbenden vorzusprechen, mehrere Festandachten, Buß-, Beicht-, Communion- und Wetter-Gebete, Trost- und Erquickungs-Gebete und Gesänge, wie auch Kriegs-, Theuerungs-, Pest- und Friedens-Gebete, nebst einem Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnn und für Unfruchtbare
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für Unfruchtbare.

4) Es sollen unfruchtbare Eheleute daran denken, daß Gott auch hierin ihnen eine besondere Gnade erweise, und ihres Leibes und Gemüths Zustand besser erkenne, als sie selbst, denn, obgleich viele Ehefrauen die Kinder lieb haben, so findet sie doch Gott vielleicht zu schwach, sowohl in der Geburt, als in der Erziehung der Kinder, als auch im Kinderkreuz; vielleicht würde das Kind ihr und ihrem Ehemann viele Zerstreuungen und Sorgen verursachen, die sie an ihrem Gebet und Gottesdienst verhinderten, ja, vielleicht würde das Kind viele Betrübniß machen, wenn es Gott nach seinem Rath wieder sterben ließe; darum, weil Gott dieStärke und Schwachheit der Men­schen besser kennt als sie selbst, so beweist er ihnen darin eine beson­dere Gnade, welche sie doch aus Unverstand für keine Gngde halten.

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5) Besonders aber sollen sich Eheleute ja wohl hüten, daß fie keine Kinder von Gott mit Murren und Grämen und mit unge­duldigem Flehen erzwingen wollen, denn sonst gibt ihnen Gott im Zorn Kinder; vielleicht muß die murrende Mutter ihr Leben oder ihre Gesundheit darüber verlieren, oder wenn dieß nicht geschieht, so geräth ein solches, im Zorn gegebenes Kind so übel, daß es den Eltern tausend Schrecken, Jammer, Verdruß und Herze­leid anrichtet, und sie ihr Lebenlang in Angst, Betrübniß und Traurigkeit setzt, welches Früchte ihrer unverständigen Bitte sind. Wie mancher mit Unverstand von Gott erbetene Sohn ist seines Vaters Grab und seiner Mutter Geißel geworden.

6) Es sollen hiebei gottselige Ehefrauen den Spruch Pauli 1Tim. 2,15. nicht mißbrauchen, wenn es heißt: Das Weib wird selig werden durch Kinderzeugen, so sie bleibet im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung sammt der Zucht. Denn in dem Spruch sagt Paulus nicht, daß die Weiber durch Kinderzeugen selig werden sollen; sondern wir werden durch das Verdienst Jesu Christi und um seines vergoffenen Blutes willen vor Gott gerecht und selig, Röm. 3, 24. 28., Röm. 5, 1., und nicht durch Kindergebären; denn wenn das wahr wäre, so müßte ja gar keine Jungfrau selig werden können, welches gegen Gott und sein heiliges Wort ist; son­dern er führt diesen Spruch zu Trost der Ehefrauen an, nämlich, ob ihnen Gott schon große Schmerzen in der Geburt aufgelegt, dar­um, weil sich das Weib im Paradiese hat verführen lassen, und die Uebertretung und Sünde eingeführt hat, daß jedoch Gott in der Geburt ihnen beistehen und durchhelfen wolle; sie sollen doch selig werden, ob sie gleich durch solches schmerzhafte Kindergebären den Zorn Gottes fühlten, nämlich wenn sie in solchem Stande im Glau­ben an den HErrn Jesum, in der Liebe gegen Gott und die Menschen, in der Heiligung des Lebens, in der Zucht und in christlichem