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Johann Friedrich Stark's, weil. evang. Predigers und Consistorialraths zu Frankfurt a.M., Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen : enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende ; ferner Sprüche, Seufzer und Gebete, den Sterbenden vorzusprechen, mehrere Festandachten, Buß-, Beicht-, Communion- und Wetter-Gebete, Trost- und Erquickungs-Gebete und Gesänge, wie auch Kriegs-, Theuerungs-, Pest- und Friedens-Gebete, nebst einem Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnn und für Unfruchtbare
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Erinnerung, Trost und Gebet

dem ich den Fruchtbaren zum Trost, nach der Gnade unsers Gottes, einigen Unterricht ertheilt, auch denjenigen, welchen Gott keine Kin­der gibt, über ihren Zustand meine Gedanken eröffnen wollen.

Wenn Gott Eheleute ohne Kinder seyn läßt, daß sie wie Abra­ham sagen: HErr! was willst du mir geben! Ich gehe dahin ohne Kinder, 1 Mose 15, 2.; so sollen sie:

1) denken, daß die Ursachen der Unfruchtbarkeit bei beiden Ehe­leuten natürlich seyn können, denn wie Gott überhaupt nicht einer­lei Natur allen Menschen gibt, so auch nicht einerlei Fruchtbarkeit. Wenn nun Gott diese Gabe nicht in ihre Natur gelegt hat, so sollen sie deßwegen mit Gott zufrieden seyn, und wissen, daß er doch dar­um ihr gnädiger Gott ist, der sie liebe und ihnen gewogen sei. Hat eine Tulpe schon nicht so viele Blumen, wie der Rosenstock, so ist sie doch dem Gärtner und Herrn des Gartens ein liebes Gewächs. Wie viel Bäumlein zieren nur den Garten, und tragen doch keine Früchte und man hat dieselben doch gerne im Garten stehen. So sind auch unfruchtbare Eheleute Gottes liebe Kinder, ob sie gleich Andern an Fruchtbarkeit nicht gleich sind.

2) Sollen sie sich erinnern, daß Kinder eine Gabe des HErrn find; wem er diese Gabe nicht geben will, der soll darum nicht wider Gott murren, noch übel dazu sehen, wenn Gott Einem viel, dem Andern weniger gibt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. Gott hat sich drei Schlüssel vorbehalten, den Schlüssel zum Grabe: denn Niemand kann Todte auferwecken als Gott; den Schlüssel zum Regen: denn kein Götze kann Regen geben, und kein Mensch kann regnen lassen; und den Schlüssel zum Mutter­leibe: da kann Niemand öffnen, wenn der HErr zuschließt, und Nie­mand zuschließen, wenn der HErr öffnet. Ist aber diese Vorenthal tung des Ehesegens Gottes gnädiger Wille, so haben solche Eheleute eine Probe ihrer Geduld, Gelassenheit und Hoffnung zu beweisen. 3) Unfruchtbarkeit ist kein Zeichen des Zorns Gottes; denn daß Gott nicht zornig über sie sei, sollen sie daraus entnehmen, weil es ihnen Gott an andern Wohlthaten nicht fehlen läßt; er gibt ihnen leibliche Gaben: Gesundheit, Segen, Nahrung, Wohlergehen, wel ches Alles er bisweilen denen, die Kinder haben, nicht so reichlich ertheilt, sondern ihnen öfters Krankheit, Kinderkreuz und Elend reichlich zumißt. Gott gibt ferner denen, welche ohne Kinder sind, die himmlischen Gaben: als Frieden mit Gott, Frende in ihm, die Gerechtigkeit Jesu Christi, Trost und Wonne. Dadurch werden sie ja abermals überzeugt, daß Gott nicht zornig über sie sei, denn wer unter Gottes Zorn und Ungnade steht, der muß gewiß der himmlischen Gaben entbehren.

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