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Neu vermehrtes Gesang-Buch für die Rostockschen Gemeinden
Entstehung
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Morgenlieder.

ieben; Du bist es, der es uns erhält, Und jetzt mir neu gegeben.

6. Gelobet sei'st du, Gott der macht, Gelobt sei deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tages freue.

7. Laß deinen segen auf mir ruh'n, Mich deine wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen.

8. Nimm meines Lebens gnä­dig wahr, Auf dich hofft meine feele. Sei mir ein retter in gefahr, Ein vater, wenn ich fehle.

9. Gieb mir cin herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb' und ruhe, Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue.

10. Daß ich als cin getreuer knecht Nach deinem reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine gnade lebe.

11. Daß ich, dem nächsten bezustehn, Nie fleiß und arbeit scheu, Mich gern an andrer wohlergehn Und ihrer tugend freue.

12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht ge­nieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe.

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Mel. Auf, auf, ihr reichsgenossen 15. Duol dir, es morgens erste Gott, heilig sein. Das herz stimmt mit dem munde zu lobgesängen ein. Ob ich dein lob hier schon Mit schwachen lippen lalle, Weiß ich doch, cs gefalle Dir, Herr, durch deinen sohn.

2. Es hat mich deine gnade In

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dieser nacht bedeckt, Mich hat kein schmerz noch schade Mitschrecken aufgeweckt. Der schlaf hat mich erquickt, Daß nun mit frischen fräften Zu des beruss geschäften Mein geist sich freudig schickt

3. Gott, auch mit diesen tage Wird deine gnade neu. Noch leb' ich, rühm' und sage: Groß, groß, ist deine treu', Doch drücket mich die schuld von meinen vielen sünden. Ach laß mi- h gnade finden Und hab' mit mir geduld.

4. Beschirme mich auch heute, Wenn satan nezze legt. Hilf daß ich muthig streite, Wenn sich die sünde regt, Daß ich den ganzen tag Vor deinen augen wandle, Nicht blos vernünftig handle, Nein christlich leben mag.

5. Fromm laß mich, doch ge­sellig, Klug, doch von seischheit rein, Freimüthig, doch gefällig Und stark zur tugend sein, Auch) standhaft in der noth, Kein zorn schwäch' meine liebe, Kein ernst der sanftmuth triebe, Kein scherz die furcht vor Gott.

6. Leib, feele, gut und leben Sei, da du es bescheert, In deine hut ergeben, Die allem schaden wehrt, Dein segen kröne mich, Auch meine anverwandte preif' ich findlich dich. Und freunde und bekannte, So

7. Nun, Herr, in deinem na­menSchließ' ich mein morgenlied, Und sage freudig amen, und bin hierauf bemüht, Mein werk mit fleiß und muth Und treue zu ver­richten. Wohl dem, der seinepflich­ten Nach deinem willen thut.(?)