Druckschrift 
Evangelisches Gesang-Buch / hrsg. nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Kleve, Berg, und von der Grafschaft Mark, mit Genehmigung Eines hohen Ministerii der geistlichen Angelegenheiten
Einzelbild herunterladen

Für Sterbende.

359

mich zu dir, mein Vater, werde| zur ew'gen Ruh', Laß fahren, ich Die Teuern wiederfinden?

was auf Erden, Will lieber selig werden.

2. Da macht mir Gottes Wort es fund, Dies Wort aus Him­melshöhen: Nie reißt, nie bricht der Liebe Bund, Du wirst fie wiedersehen! Die Frommen trennt nicht Grab, nicht Tod, Der Hei­land wird zum Morgenrot, Zum Licht vereint fie führen.

2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, Trag' ich in wahrem Glauben Das Kreuz dir nach, die sanfte Last, Dich soll mir niemand rauben. Hoff' zu bestehen, Will frisch ein­gehen Vom Thränenthal zum Freu­densaal, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden.

3. Der Freund sieht seine Freunde dann An Gottes Throne wieder; Die Gattin trifft den Gatten an, Der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, um­armt ihr Kind, Denn alle from­men Seelen sind In Gottes Stadt beisammen.

4. Zum Berge Zion kommen wir, Zu Gottes Stadt dort oben. Dort stehen Engel, Herr, vor dir, Sie beten an, fie loben. Vereint mit ihnen werden wir Im heil'­gen Chore, Herr, vor dir Als fel'ge Geifter stehen.

5. Dann schau'n wir Gottes Angesicht, Getrocknet sind die Thränen. Komm, süßer Tod, führ' mich zum Licht, Erfüü' mein heißes Sehnen, Und führe mir die meinen nach, Damit wir dort vereint den Tag Des ew'gen Lebens schauen.

6. D'rum laß uns hier schon Hand in Hand Auf Gottes We­gen gehen, Damit wir einst im Vaterland Uns freudig wieder­sehen. Wie wird's uns sein, wenn wir uns seh'n, Wenn wir uns froh entgegen gehn Und Freudenthränen weinen! Chr. Fr. Dan. Schubart,* 1739, 1794.

Eigene Melodie.

3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, Jn Frieden zu dir fahren, Befiehl mich Christo, deinem Sohn, Der wird mich wohl be­wahren, Wird mich recht führen, Jm Himmel zieren Mit Ehr' und Kron'; fahr nun davon, Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden.

Tobias Kiel, 1581, 1627.

2. Wenn dich hier die Sünd' erschreckte, Und dir der Gnade Trost verdeckte, Verdammte dich doch nur dein Herz. Nun kann fie dich nicht mehr schrecken, Nicht mehr die Gnade dir verdecken, Der Herr ist größer als dein Herz. Mehr als du je gefleht, Mehr als der Mensch versteht, Ist dir worden. Weil er's voll­

680. auf, du erwacht zum

err Gott, nun schleuß

Die Zeit eilt mir zum Ende; Vollendet hab' ich meinen Lauf, Nimm mich in deine Hände. Hab' g'nug gelitten, Mich müd' gestritten, Schic' mich fein zu

Mel. Wachet auf, ruft uns die. alleluja! Amen!

681. H Amen! Du starbst auf Chrifti heil'gen Namen, Vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Gläubig gabst in seine Hände Du ihm an deiner Laufbahn Ende Die Seele, die der Erd' entfleugt. Heil dir, erlöster Geist, Der nun am Thron ihn preist, Deinen Heiland! Der dich versöhnt, Den Gott gekrönt, Der ist's, dem nun dein Lob ertönt.

Leben aus des Todes Nacht.

3. Welcher Glanz hat dich um= fangen, Seit dir der Tag ist aufgegangen, Das Leben nach des Todes Nacht! Sei gesegnet,