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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-luth. Landeskonsistorium im Jahre 1883
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Die 21 Artikel des Glaubens zc.

denn die Versammlung aller Gläu­bigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen blei ben, so sind die Sakramente gleich wohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis Der sigen die Pharisäer 2c. halben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anders halten.

Der IX. Artikel.

Von der Taufe.

Von der Taufe wird gelehrt, daß fie nötig sei und daß dadurch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und ge­fällig werden.

Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche Lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei.

Der X. Artikel.

Vom heiligen Abendmahl.

Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehrt, daß wahrer Leib und Blut Christi wahr­haftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilt und ge­nommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen.

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Der XII. Artikel.

Von der Buße.

Von der Buße wird gelehrt, daß diejenigen, so nach der Taufe gesün­digt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen, mögen Vergebung der Sünde erlangen und ihnen die Ab­solution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre, rechte Buße eigentlich Reu und Leid oder Schrecken haben über die Sünde und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei; welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zu­frieden macht.

Der XI. Artikel.

Von der Beichte.

Von der Beichte wird also ge­lehrt, daß man in der Kirche pri­vatam absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll; wiewohl in der Beicht nicht not ist, alle Misse­that und Sünden zu erzählen, die­weil doch solches nicht möglich ist, Psalm 19: Wer kennet die Mis­fethat.

Darnach soll auch Besserung fol= gen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße.

Hie werden verworfen die, so Lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen.

Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündigt hatten, weigerten.

Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Ver­gebung der Sünde erlange, sondern durch unser Genugthun.

Der XIII. Artikel.

Vom Gebrauch der Sakramente.

Vom Brauch der Sakramente wird gelehrt, daß die Sakramente eingesett sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeug­nisse sind göttlichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glau­ben fordern und dann recht ge= braucht werden, so man's im Glau­ben empfähet und den Glauben da­durch stärkt.

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