Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-luth. Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
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Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. 383

Welche sind die?

felbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel.

Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Magd seist; ob du ungehor­sam, untreu, unfleißig, zornig, un­züchtig, hässig gewesen seist; ob du jemand Leid gethan haft mit Wor= ten oder Werken; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset oder Scha­den gethan hast.

Welche Sünden soll man beichten?

Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater­unser thun; aber vor dem ger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. ARTIS

Das Lehrstück vom Amt der Schlüssel.

Was ist das Amt der Schlüssel? sie erlassen; und welchen ihr Das Amt der Schlüssel ist die sie behaltet, denen sind sie sonderbare Kirchengewalt, die Chri- behalten. stus seiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den unbuß­fertigen aber die Sünde zu behal­ten, solange sie nicht Buße thun.

Was glaubst du bei diesen Worten?

Wo stehet das geschrieben?

Ich glaube, was die berufenen Diener Christi aus seinem göttlichen Befehl mit uns handeln, sonderlich wenn sie die öffentlichen und unbuß­So schreibt der heilige Evangelist fertigen Sünder von der christlichen Johannes im zwanzigsten Kapitel: Gemeinde ausschließen und die, so Der Herr Jesus blies seine ihre Sünden bereuen und sich bessern Jünger an und sprach zu wollen, wiederum entbinden, daß ihnen: Nehmet hin den hei- es also träftig und gewiß sei, auch ligen Geist! Welchen ihr die im Himmel, als handelte es unser Sünben erlasset, denen sind lieber Herr Christus mit uns selber.

Dr. Martin Luthers Haustafel

etlicher Sprüche für allerlei christliche Stände.

Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern.

Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht un­ehrliche Hantierung treiben, son­dern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte,

das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersacher. In der ersten Epi­stel zu Timoth. am dritten Kapitel.

Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit; denn die Obrigkeit, so allenthalben ist, ist von Gott ge­Wer aber der Obrigkeit ordnet. widerstrebet, der widerstrebet Gottes