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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-luth. Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
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380 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2.

Gebet, daß er auch bei uns heilig werde.

Wie geschieht das?

Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Da­vor behüte uns, lieber himmlischer

Vater!

Die zweite Bitte. Dein Reich komme.

Was ist das?

Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme.

Wie geschieht das?

Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir jeinem heiligen Worte durch seine Gnade glauben und göttlich Leben, hier zeitlich und dort ewiglich.

Was ist das?

Gottes guter, gnädiger Wille ge­schieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe.

Was ist das?

Gott giebt täglich Brot auch wohl ohne unsre Bitte allen bösen Men­schen; aber wir bitten in diesem Ge­bet, daß er uns erkennen lasse und unser täglich Brot. mit Danksagung empfangen

Wie geschieht das?

Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille; sondern stär­fet und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille.

Was heißt denn täglich Brot?

Alles, was zur Leibes- Nahrung und Notdurft gehört, als Effen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Ge­mahl, fromme Kinder, fromm Ge­finde, fromme und getreue Ober­herren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und des­gleichen.

Was ist das?

Die dritte Bitte.

der Vater im Himmel nicht ansehen Wir bitten in diesem Gebet, daß wolle unsere Sünde, und um der­selbigen willen solche Bitte nicht ver sagen. Denn wir sind der keines wert, das wir bitten, haben's auch Dein Wille geschehe, wie im Him- nicht verdienet, sondern er wolle uns mel, also auch auf Erden. alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel fündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen.

Die fünfte Bitte.

Und vergieb uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schul­digern.

Die sechste Bitte.

Und führe uns nicht in Versuchung.

Was ist das?

Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und

Die vierte Bitte.

Unser täglich Brot gieb uns heute. den Sieg behalten.