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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-lutherischen Landeskonsistorium im Jahre 1883
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Die 21 Artikel des Glaubens 2c.

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heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen.

Ferner wird gelehrt, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allzeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu thun; denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist, so ist es zu schwach, dazu ist es ins Teus fels Gewalt, der die arme mensch­liche Natur zu viel Sünden treibt, wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber den noch solches nicht ausgerichtet, son­dern sind in viel große, öffentliche Sünde gefallen. Also geht es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigne menschliche Kräfte regiert.

hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Chrifti, wie Er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnt ihr nichts thun 2c.

Der XXI. Artikel. Vom Dienst der Heiligen.

Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Grade wi­derfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Erempel nehme von ihren gu­ten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die kaiserliche Ma­jestät seliglich und göttlich dem Exem­pel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie in königlichem Amt, wel­ches Schutz und Schirm ihrer Unter­thanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist al­lein ein einiger Versöhner und Mittler gejest zwischen Gott und den Menschen, Jesus Chri­stus 1. Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Für­sprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und An­liegen non Herzen suche und anrufe. 1. Joh. 2: So jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Je­

Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern viel­mehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werten kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Ämter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche sum zc.