Belehrung über das Wesen des heil. Abendmahls. 9
des Leibes wird auch der Leib selbst uns gegeben, weil die Wirklichkeit( die Sache selbst) von ihrem Zeichen unzertrennlich ist. Unter den heiligen Symbolen ( Zeichen, Pfändern, nämlich Brod und Wein) wird uns wesentlich Christi Leib und Blut zu essen und zu trinken gegeben."
Die Vernunft kann dieses Geheimniß nicht begreifen, aber sie begreift auch nicht, wie in Christo Gottheit und Menschheit zu einer unzertrennlichen Person vereinigt seyn kann. Wie in ihm göttlicher Geist mit irdischem Leib, so kann im Abendmahl sein verklärter Leib mit irdischem Brod und Wein sich verbinden. Wir haben nur von der Herrlichkeit eines verklärten Leibes keine Vorstellung. Aber wie die Sonne allenthalben hin ihre Strahlen und ihre Kraft mittheilt, ebenso, und noch vielmehr der verklärte Lichtleib JEsu, der so viel herrlicher denn die Sonne ist, als der Schöpfer herrlicher ist, denn das Geschöpf, und der Geistleib herrlicher, denn der Erdenleib. Und wie der Wein eigentlich Wasser ist mit Geist verbunden, so ist der Wein im Abendmahl kraft des göttlichen Wortes mit einem höheren vergeistigten Wesen, nämlich mit dem verklärten Blut JEsu verbunden, und der HErr thut beim Abendmahl mit Brod und Wein etwas Aehnliches, wie er auf der Hochzeit zu Cana mit Wasser that, nur im Abendmahl nicht sinnlich, sondern geistig. So wird uns also im Abendmahl zweierlei gegeben: 1) etwas Irdisches, Sichtbares, Brod und Wein; 2) etwas Himmlisches, Unsichtbares, Leib und Blut Christi. Beides ist durch das Wort des HErrn und die damit verbundene Geisteswirkung so vereinigt,


