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Christliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg : [nebst] Zur Liturgie [und] Gebete für evangelische Christen auf alle Wochen-, Sonn- und Festtage, so wie bei besondern Feiern und Anlässen [und] Episteln und Evangelien [...]
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Episteln und Evangelien.

und alles, was er hatte, und bezah-| Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden len. Da fiel der Knecht nieder und wird, derer, die irdisch gesinnet sind. betete ihn an und sprach: Herr, habe Unser Wandel aber ist im Himmel, Geduld mit mir, ich will dirs alles von dannen wir auch warten des bezahlen. Da jammerte den Herrn Heilandes Jesu Christi, des Herrn, desselbigen Knechts, und ließ ihn welcher unsern nichtigen Leib verklä­los, und die Schuld erließ er ihm ren wird, daß er ähnlich werde sei­auch. Da ging derselbige Knecht nem verklärten Leibe, nach der Wir­hinaus, und fand einen seiner Mit- kung, damit er kann auch alle Dinge fucchte, der war ihm hundert Gro- ihm unterthänig machen. schen schuldig. Und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dirs alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sa­hen, wurden sie sehr betrübt, und ta­men und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da for­derte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlas­fen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwor­tete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmli­tcher Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeg­licher seinem Bruder seine Fehle.

Am 23. Sonntage nach Trini­tatis.

Epistel. Phil. 3, 17-21.

Folget mir, lieben Brüder, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr

Evangelium. Matth. 22, 15-22.

Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie ihn fin­gen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand: denn du achtest nicht das Ansehen der Men­schen: darum sage uns, was dünket dich? Jsts recht, daß man dem Kai­ser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Šie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon.

Am 24. Sonntage nach Trini­tatis.

Epistel. Col. 1, 9-14.

Derhalben auch wir von dem Ta­ge an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in aller­lei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und frucht­bar seid in allen guten Werken und