Druckschrift 
Freuet euch im Herrn allewege! : Liederperlen aus dem Schatze deutschen Volksgesanges. I. Abt.: Geistliche Lieder / ausgewählt von A. Hager, für Posaunenchöre, Orgel, Harmonium (Klavier) und gemischten Chor vierstimmig bearb. von Rud. Barth
Entstehung
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Bitte und Gebet.

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4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem übel schützt; Leb' ich nach seinen Sägen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt.

5. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Ver­hängnis gehn: Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen, Ich will ihn freudig überstehn.

6. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut: Es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen: Er weiß allein die rechte Zeit.

7. So sei nun, Seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich erschaffen hat; Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rat. P. Flemming, 1640.

45.

Weise: Welt, ich muß dich lassen. H.

1. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt be­ginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt.

2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht des Tages Feind; Fahr hin! ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint.

3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelsfaal: Also werd ich auch stehen, Wann mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal.

4. Der Leib der eilt zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Die zieh ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit.

5. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein.

6. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr! Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Helden Schar! Paul Gerhardt, 1676.

78.

Nach der vorigen Weise. H.

1. Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren- Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

2. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil! Und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Übelthaten weißt du nicht.

3. Jch, ich, und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des San­des an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer.

4. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir über­hoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen All­zeit an deinen Dienst und Ehr.

5. Ich will mich mit dir schlagen Ans Kreuz und dem absagen, Was meinem Fleisch gelüst. Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Soviel mir immer möglich ist.

6. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Be­gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1676.