166 Fürbitte für einen geliebten Kranken. Gebet in Leiden.
Fürbitte für einen geliebten Kranken. Gott, du bist der erbarmende Bater, vor dem wir allen Rummer, der unser Herz drücket, ausschütten dürfen. Du bist der allmächtige Freund im Himmel, der alle unsere Wünsche erfüllen, alle unsere Klagen und Seufzer stillen kann. Dein Wort ruft uns zu: Betet für einander. Das Gebet der Liebe ist dir wohlgefällig. Du selbst hast die Liebe gegen diejenigen, mit denen wir durch Bande des Blutes und der Freundschaft verbunden sind, in unser Herz gepflanzt. Der Schmerz der Liebe treibt mich zu dir. Ach, die Liebe fühlt ihre Unmacht zu retten und zu helfen so schmerzlich. Aber was unsere Schwachheit nicht vermag, das vermag deine allmächtige Gnade. Bei dir ist kein Ding unmöglich; du kannst überschwenglich thun über alles, was wir bitten und verstehen. Erbarme dich des leidenden Geschöpfes, dessen Anblick mein Innerstes bewegt. Erhöre die Seufzer, die aus der Tiefe eines gepreßten Herzens zu dir emporsteigen. Du bist ein getreuer Gott, du läsfest deine Kinder nicht geprüft werden über ihr Vermögen. Ach laß auch die schwere Prüfung dieses Kranken, für welchen ich deine Hilfe mit heißen Thränen anflehe, ein solches Ende gewinnen, daß er sie zu ertragen vermöge. Es ist mir bange um Trost; tröste du mich durch deine Hilfe. Es ist dunkel in meiner Seele; laß leuchten dein Angesicht. Eine schwere Last von Sorgen drückt mein Herz; nimm du sie von mir. Gedenke des schmachtenden Kranten nach deiner großen Barmherzigkeit; gedenke meiner Liebe, mein Gott, am besten; siehe an meine Angst und errette mich aus meiner Not. Herr von unendlichem Erbarmen, erbarme dich unser! Amen.
Gebet in mancherlei Kreuz und Leiden.
Gott, dessen Barmherzigkeit kein Ende hat, dessen Güte alle Morgen neu wird! Siehe, ich trete vor dein Angesicht und schütte meinen großen Rummer vor dir aus. Mein Elend ist dir bekannt, meine Seele ist be= trübt, mein Geist ist geängstet, und schweres Leiden drückt mich. Ich sehe mich um nach Helfern und finde keinen. Dir aber, o Gott, klage ich mein Leiden, denn du bist barmherzig und läsfest dich unser Elend jammern. Darum komme ich zu dir und spreche: Ach, erbarme dich über mich; ich bin dein Geschöpf, darum wirst du das Werk deiner Hände nicht lassen. Ja, Vater, erbarme dich deines verlassenen Kindes. Mein Jesu, ich bin erkaufet mit deinem Blut, erbarme dich deines Eigentums. Laß deinen Geist das Zeugnis in mein Herz geben, daß ich als ein begnadigtes Kind Gottes leide, und wenn ich im Gebet ermatte, so laß ihn mich vertreten mit unaussprechlichen Seufzern. Herr, hilf mir! Herr, stehe mir bei! Rufe in meine Seele: Ich bin bei dir in der Not, ich will dich herausreißen. Ach Herr, gieb, daß mein Glaube nicht aufhöre und meine Hoffnung nicht sinke. Du hast mich ja noch nie verlassen, ach, so verlaß mich auch jetzt nicht. Hilf deinem Kinde, komm zu mir, nach dir schmachtet mein Herz und Auge! Amen.


