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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi; Sonn-, fest- und feiertägliche Evangelien und Episteln; Gebete
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162 Gebet für den Regenten, die Obrigkeit und das Vaterland.

welchem ich das Licht dieser Welt zuerst erblickt habe. Bis hieher haft du mir geholfen und mich vom ersten Augenblicke meines Daseins an mit unzähligen und unaussprechlich großen Wohlthaten gesegnet. Meine unsterbliche Seele mit allen ihren Anlagen und Fähigkeiten, mein Leib mit seinen Gliedern, Sinneswerkzeugen und Kräften, meine Geburt unter Christen und von christlichen Eltern, die für meine geistige und leibliche Wohlfahrt sorgten, die herrliche Nahrung meines Geistes aus dem seligmachenden Evangelium Jesu Christi, die Rettung aus allen bekannten und unbekannten Gefahren meines Lebens und meiner Gesund­heit, die Notdürftigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens, Kleider, Wohnung, Speise und Trank, das alles und noch viel mehr ist Geschenk deiner unverdienten Güte. Wie kann ich all das Gute aufzählen, wo­mit du mich in meinen bisherigen Jahren so väterlich gesegnet hast, und dir würdig genug dafür danken? Ich will dich preisen, solang ich lebe; und einst in der Schar der Seligen werde ich das Lob vollkommen aus­sprechen, das ich hienieden nur mit stammelnder Zunge darbringen kann.

Mit dem heutigen Tage fängt ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Ach Herr, versenke alle Verschuldungen meiner bisherigen Jahre und Tage in das Meer der Vergangenheit. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner zahllosen übertretungen; gedente aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Ich will dir, mein Gott, heute geloben, mein Leben von nun an nach deinen Geboten einzurichten. Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohlgefällig ist, und die Lehre meines Heilandes in allen Stücken zu zieren. Auwissender Gott, du hörst mein Versprechen, du tennest aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsätze auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in dem nächsten Jahre meines Lebens und in der ganzen Zukunft meiner warten. Du allein weißest es, der du alles, was mir begegnet, von Ewigkeit her über mich beschlossen haft. Unter deiner gnädigen Aufsicht und Leitung müssen alle Dinge zu meinem Besten die­nen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Bater, dein Wille ges schehe! Amen.

Gebet für den Regenten, die Obrigkeit und das Vaterland.

Großer Gott und Herrscher über alles! Wir danken dir, daß du deine Obrigkeit verordnet haft und durch dieselbe uns Schuß, Sicherheit des Lebens, Leibes und Eigentums und viele andere Wohlthaten verleihest. Es ist bein Wille, daß wir Bitte, Gebet und Danksagung für alle Obrig­teiten vor deinen Thron bringen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen. Darum flehen wir um deinen Segen für unsern Landes­regenten. Erfülle ihn mit deinem Geiste, daß er erkenne, was uns gut,