vollgepfropft sind, wodurch die christliche Einfalt auf Seiten und Irrwege geführt, der Aberglaube genährt, bestårket, und dem Unglauben Anlaß zum Gespötte gegeben wird. Es ist hohe Zeit, die Ehre der wahren Andacht zu retten, und einen Ton in ihrer Sprache ans zugeben, in den auch der aufgeklärtere Christ einstimmen kann. Daß es noch weniger geschehen ist, besonders bey unfern Gottesdienstlis chen Handlungen, als man in diesen Zeiten ers warten und fordern könnte, ist gewiß auch eine von den Ursachen der stets weiter sich auss breitenden Frreligion. Gewisse zufällige Ane stoffigkeiten gegen Vernunft und Geschmack erzeugen ewig Ekel und eine Verachtung, die gemeiniglich) aufs Wesentliche übergeht, weil die wenigsten zu unterscheiden wissen, und vie len mit diesem Vorwande gedient ift, låstiger Pflichten mit Ehren los zu werden.
Daß der Geschmack an gründlicher, kernHafter Andacht unter unserm Volke weniger verloren gegangen sen, als man glauben möch te, davon zeugen die zum Erstaunen schnell vergriffenen und schon oft wiederholten starken Auflagen der Seibt und Sailerischen Wer )( 4 fe.


