447
wie das Gold im Feuer, geläutert und gereinigt wer den.) Es können also, gemäß den Lehren unsrer heiligen Religion, unsere Gebethe und guten Werke den Abgestorbenen nüglich und heilsam werden. Die Pflicht der christlichen Liebe, der Dankbarkeit, und die Pflichten der Freundschaft fordern uns daher auf, für unsere verstorbenen Freunde und Bekannten, und für alle ver: storbene gläubige Christen zu Zeiten zu bethen. stie
Allgemeines Gebeth für die verstorbecaigh nen gläubigen Christen.
Gott! der du uns gebothen hast, alle Men= schen wie Brüder und Schwestern zu lieben. Du hebst dieses Geboth auch selbst nach dem Tode unserer Mitmenschen nicht auf, denn wir sind durch ein ewiges Band der Liebe vereinigt.- Unser Daseyn dauert länger als auf dieser Welt, und darum auch långer unsre Liebe. Wir vereis nigen uns einst alle bey dir, wenn wir dir in diesem Leben treu find. Aber welche Menschen sind dir so vollkommen treu, daß sie bey ihrem Scheiden von hier gleich aufgenommen zu werden verdienten in deine Herrlichkeit. Nichts Un= reines kann ja in dein Reich eingehen, so haft du uns in deinem Worte offenbart; darum müsa sen so viele unserer Mitmenschen, wenn sie von hier scheiden, und noch nicht rein genug von kleinen Fehlern sind, noch erst gereiniget werden. Sie müssen büßen, was sie hier zu büßen ver


