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fast immer oder größtentheils zur Erhaltung zeitlicher Gaben und Güter zu verrichten, ( um diese dürfen wir ohnehin nur bedingt bitten, wenn sie nemlich mit dem heiligen Willen Gottes und unserm Seelenheile übereinstimmen), sondern daß sie vorzüglich um die Gaben und Gnaden des Heils zu erlangen, eingerichtet seyn sollen; nemlich um Vergebung der Sünden und Besserung des Lebens, um die Erfüllung unserer Pflichten und Ausübung jeder Tugend, um dadurch in der Vollkommenheit zuzunehmen, und des ewigen Heils theilhaftig zu werden. Suchet zu= erst das Reich Gottes und die Gerechtigkeit, spricht unser Heiland, und das Uebrige wird euch schon gegeben werden. Matth. VI.
Ich schließe diesen kleinen Unterricht über's Gebeth mit der Erinnerung: Wem es recht Ernst ist, mit Andacht, ohne Zerstreuung und gottgefällig zu bethen, der bethe nie ohne Vorbereitung, das heißt: Er denke zuvor, was er zu Gott bethen wolle. Er


