IX
allen Dingen, die wir sehen, und bey allem, was uns begegnet, wenn wir dabey an Gott mit Ehrfurcht denken, so bethen wir.
Hieraus können wir nun leicht abnehmen, wie leicht es sey, zu bethen, und daß es ja nicht eine so beschwerliche Sache sey, zu bethen, sondern daß es im Gegentheile sehr leicht, und für einen Christen, der seinen Gott lieb hat, auch sehr angenehm seyn müsse, zu bethen. Denkt doch ein Freund gern an seinen Freund, und unterhält sich gern mit ihm; denkt ein gutes Kind gern an seinen lieben Vater, und äußert gegen denselben seine Gesinnungen; wie sollte dann der Christ nicht gern an Gott, seinen Vater, an Jesum, seinen Erlöser denken, und mit Freude seine Empfindungen der Ehrfurcht, der Dankbarkeit und Liebe u. s. w. gegen denselben äussern, und im Vertrauen ihn um seine Hülfe und Gnade anflehen? und siehe! das und nichts anders ist ja das Gebeth, als Erweckung und Neußerung solcher heil. Gesinnungen gegen Gott.


