VIII
denken, und besonders dann, wenn man bethen will. Daher folgende kurze Erinnerungen.
I. Was bethen heisse?
Bethen heißt: sein Gemüth zu Gott ben bi erheben, sich im Geiste durch Gedanken und Empfindungen mit Gott unterhalten. Jeder Gedanke an Gott, wenn er mit Hochachtung gegen Gott begleitet wird, ist schon Gebeth. Wenn wir den schönen Himmel anschauen, an welchem bey Tage die Sonne glänzet, bey Nacht der Mond und die Sterne leuchten, und wir dann den Gedanken hegen: was muß es doch ein mächtiger Gott seyn, der alles das gemacht hat! so preisen wir Gott, so bethen wir. Wenn wir zur schönen Sommerzeit oder im Herbste die Früchte der Erde auf den Weckern oder in den Gärten sehen, und wir dann in unserm Sinne denken: wie gütig ist doch unser Gott, der uns das alles gibt, und so für Menschen und Thiere sorgt! so loben wir Gott und preisen seine Güte; so bethen wir. Und so bey


