153
Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt.
Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sey, daß ich sie meiner Behrung weih.
Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein; doch, darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hålt?
Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt; dafür er selbst ein Opfer ward.
Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen, vers gieb mir gnädig meine Schuld, beruhige doch mein Gewissen, mit reichem Trost aus deiner Huld. Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir gehorsam seyn.
Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Chriftum mir geschenket sey, will ich durch Uebung gus ter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich. Die dringe stets und leite mich.
Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewissen rein, und heilig meinen Wandel seyn.
Mel. Schlage, Jesu, an mein Herz zc.
Liebster Bater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder! Du weißt, was wir Menschen sind, und er


