Von der Stiftung und dem Ende zwecke des Abendmahls.
Als Jesus Christus, unser Herr, nach der religiösen Gewohnheit der Juden, mit seinen vertrauten Schülern zum letztenmale das Osterlamm aß, welches im Gesek Mosis, zum Andenken an die ehemalige Auswanderung der Ifraeliten aus Aegypten, verordnet war: so stiftete er ein Mahl zum immerwährenden Gedächtnisse seines Todes, den er zur Er lösung des Menschengeschlechts zu leiden im Begriff war. Die Verfasser der Evangelien und der Apostel Paulus geben davon nur kurze Berichte,*) auf die sich folgende Erzäh lung gründet.
In den Abendstunden, mit denen die letzte Nacht seines irdischen Lebens begann, kurz vor seiner Gefangennehmung durch den Vers rath des treulosen Judas, genoß Jesus mit seinen Jüngern, wie alle jüdische Familien, in einem Bürgerhause zu Jerusalem, jene gez seßliche Ostermahlzeit. Die Stimmung seiner Seele dabei zeigt die Anrede an seine Jünger: Mich hat herzlich verlangt, dieß Ofter: lamm mit euch zu essen, ehe denn ich
*) Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20. 1. Cor. 11, 23, 24. 25.
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