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Zukomme uns Dein Reich : ein katholisches Gebet- und Erbauungsbuch / hrsg. von Franz Hochs, Vikar zum h. Martin in Euskirchen. Mit Genehmigung der geistl. Obrigkeit
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nothwendig. Deßwegen sagt unser Heiland, wir sollten ohne Unterlaß beten, da wir ja auch der Hülfe Gottes ohne Aufhören bedürfen. Unser Gebet richtet sich ganz nach unserem Leben, und unser Leben ganz nach unserem Gebet. ,, Denn," sagt der heilige Augustin ,,, wer recht zu beten weiß, der weiß auch recht zu leben." Wer dagegen das Gebet ver­nachlässigt, der ist entweder unwissend oder verkehrt. Wenn selbst von der Welt angesehene Leute nicht beten, oder nicht gern beten, so sind sie entweder sehr böse oder unwissend in der Religion; dann sind es Leute, die nicht wissen, wacum sie auf der Welt sind, noch wohin sie einst kommen werden, welche wie die unvernünftigen Thiere dahin leben, und keine andere Bestimmung als die Freuden die­ser Welt kennen.

Es gibt zwei Arten von Gebet. Das innerliche und das mündliche Gebet. Man betet nämlich ent­weder bloß mit dem Herzen oder zugleich auch mit dem Munde. Mit dem Herzen beten wir, wenn wir aufmerksam bedenken, was des Herrn ist, und alle unsere Bedürfnisse ihm vortragen, der eben so gut die lautlose innere Sprache, wie die Sprache der Zunge versteht. Dazu gehört auch die Betrachtung göttlicher Dinge und die Erwägung geistiger An­gelegenheiten. Diese letztere Art zu beten ist etwas schwerer und paßt besser für diejenigen, welche im geistigen Leben bereits vorangeschritten sind. Aber bloß innerlich zu beten vermag dennoch ein Jeder. 3. B. müssen selbst die Kranken, welche nicht mehr sprechen können, innerlich in Gedanken zu Gott