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die erste Wirkung dieses Opfers nicht den Lebenden, sondern den Verstorbenen zugeeignet wird.
Vor der Communion spricht der Priester zwar dreimal: ,, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt!" aber er ruft nicht, wie sonst, ,, etbarme dich unser!" und schlägt nicht an seine Brust, sondern fleht: ,, gib ihnen die Ruhe, gib ihnen die ewige Ruhe!" damit wir erkennen, daß das Blut des unschuldigen Lammes eigentlich für das Heil der Verstorbenen und zur Minderung ihrer Leiden gleichsam ausgegossen werde. Das Gebeth um den Frieden wird nicht gebethet, der Kuß wird nicht unter der Priesterschaft ausgetheilt, weil sich dieses Gebeth und dieser Kuß auf den Frieden der noch streitenden Kirche beziehen, und die Abgestorbenen noch nicht in die Ruhe eingegangen sind und den Kuß der gänzlichen Versöhnung mit Gott bekommen haben.
Am Ende des Opfers wird nicht das feierliche Ite, missa est gesagt, sondern mit trauernder Stimme geflebt: Requiescant in pace. ,, Laß sie ruhen im Frieden!" Um was der Priester beim Anfang der heiligen Messe flehte, darum bittet er auch Gott am Ende derselben, daß Gott ihnen die Ruhe geben wolle, daß Gottes Liebe und Friede sich über sie ausgieße, ihre Leiden lindere und verkürze.
Es wird über das Volk der Segen nicht gegeben, alle zu warnen, daß der geringste Fehler, die kleinste Sünde ein Hinderniß sey, von Gott gänzlich mit dem Segen beseligt zu werden, sowie es den Seelen geht, die wegen einiger Unvollkommenheiten von dem Ueberflusse des Segens noch einige Zeit entfernt sind.


