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Erklärung der heil. Messe.
alle Verdienste der Heiligen. Ja, wenn man alle Bußwerke, Tugenden und Verdienste der Heiligen der göttlichen Majestät aufopferte, so würde dieselbe an allem diesem kein so großes Wohlgefallen, als an einer einzigen heiligen Messe haben.
In jeder heiligen Messe kömmt Jesus Christus auf das Gebeth des Priesters vom Himmel herab, und verwandelt die Hostie in seinen wahren, lebendigen und allerheiligsten Leib. Was der Priester vor der Wandlung in den Händen hat, ist nur Brot; nach der Wandlung hört es aber auf Brot zu sein, nur die Gestalt, der Geschmack des Brotes bleibt, in der Wesenheit aber ist es der lebendige Leib Jesu Christi. Sobald nun Christus gegen: wärtig ist, lobet, liebet, ehret, danket, erfreuet und versöhnet er seinen Vater, und erweiset ihm ein unendliches Wohlgefallen; indem es eben seine heiligste Absicht ist, durch dieses hochheiligste Opfer seinen himmlischen Bater nach Würdigkeit zu loben und zu ehren. Damit wir, da es außer der heiligen Messe nichts gibt, wodurch Gott würdig geehret werden könne, nun ein würdiges Mittel, unseren höchsten Herrn zu verehren, und zu verherrlichen hätten, so hat Christus das Opfer der heiligen Messe eingeseget; so wie auch er seinem himmlischen Vater, was durch unsere Mängel und unvollkommenheiten in ſeinem heiligen Dienste versäumet wird, durch sein heiligftes Lob, durch seine Liebe und Verehrung in dem heiligen Mesopfer erstattet.
Die Verpflichtung des Menschen, Gott zu lieben zu loben, und Ihm zu dienen, ist unendlich, und dauert unser ganzes Leben hindurch fort. Uber der Mensch vernachlässiget leider nur zu oft dieselbe; diese Vernachlässi gungen aber aus eigenen Kräften durch einen größern Eifer, Gott zu dienen, zu ersehen, ist der Mensch darum nicht im Stande, weil er ohnehin schon in jedem Augenblicke Gott auf alle nur mögliche Weise zu dienen verbunden ist. Der Mensch würde also kein Mittel haben, seine


