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Jesus, unsere Liebe, im allerheiligsten Altarssakramente, als Opfer, das wir darbringen, als Speise, die wir genießen, als Freund, den wir besuchen : ein Unterrichts-, Gebet- und Erbauungsbuch für fromme Liebhaber und Anbeter dieses hochheiligen Geheimnisses [...] / von K. Zwickenpflug
Entstehung
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Kranken- und Sterbegebete 2c.

SiO Tod! wie sehr fürchte ich dich! wie sehr erschrecke ich, wenn ich dich durch die schwarzen Finsternisse jener Landschaft erblicke, wo du wohnest! Wie sehr fürchte ich jene erschreck­lichen Ungeheuer, welche das Zeichen geben werden, wenn die Seele des unbußfertigen Sünders den Leib verlassen wird, um sich in ungeheurer Anzahl zu versammeln, und die sie sodann ergreifen und vor den Richterstuhl des höchsten Richters hin­führen werden, um sie vor ihm anzuklagen! Wie sehr fürchte ich den Anblick dieses fürchterlichen Richters, vor dessen Blicken selbst die Engel zittern! Wie sehr fürchte ich endlich mich selbst, da ich mich so leer an guten Werken, und so beladen mit Unflath und Missethaten erblicke! Unser Stammvater getraute sich nicht, vor dem Engel zu erscheinen, der des Herrn Stelle vertrat, weil er sich ganz nackt sah;, ich habe mich gefürchtet, weil ich nackt war;" werde wohl ich es wagen, vor Gottes Majestät zu erscheinen, da ich ebenfalls nackt und leer an guten Werken, ja! beladen mit Miſſethaten, und mit Gottlosigkeiten bedeckt bin? Sie sind mit ihrer Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit ganz überdeckt." ( Psalm 72, 6.)

O mein Erlöser, der du das anbetungswürdigste Altars­sakrament eingesetzt hast, nicht nur, um bis zu deiner letzten Ankunft deinen Tod zu verkünden, sondern auch, um uns die nöthige Hilfe darzubieten, und uns zu unserm Tode vorzube­reiten! sieh! ich erscheine hier am Fuße deines Altars und bitte dich um alle jene Gnaden und Hilfe, die ich nöthig habe, um christlich und heilig zu sterben.- O mein Jesu! du bist hier unser Osterlamm, kraft dessen wir glücklich aus dem Aegyp­ten dieſes Lebens ausziehen; wir sind aus den Händen un­serer grausamen Feinde, die uns nachsetzen, um uns zu ver­derben, befreit, und wir finden den Weg offen, um mitten durch ein Meer von Beschwernissen in das Land einzugehen, das du uns zur Erbschaft verheiffen hast. Darum komme ich zu dir, und flehe dich demüthig um deinen Beistand auf jener gefährlichen Reise an, die ich aus diesem in das zukünftige Leben machen muß, inständigst bittend, daß du in mir alle