Morgenandacht.
Thaten, meine Schritte und Tritte, alle meine Andachten und Gebete, mein Kreuz und Leiden, auch alle meine Freuden und Vergnügen, opfere ich dir in Vereinigung mit der vollkommensten Meinung Jesu Christi zur schuldigsten Danksagung für alle deine Wohlthaten, zu deiner größern Ehre, zum Heil meiner eigenen armen Seele, zum Nußen meiner Freunde und Feinde, auch derjenigen, für deren Wohl ich sorgen muß, zum Troste der Seelen im Fegefeuer. Ich betheure auch, daß bei meinem Thun und Lassen keine eitle Ehre und Menschengunst, kein irdischer Gewinn oder sonst eine zeitliche Absicht mir gefallen soll.
4. All mein Athemholen soll nur das Aufsteigen der reinsten Liebe zu dir, meinem Gott, sein. Alle meine Pulsschläge sollen Danksagungen sein für die von deiner Güte mir erwiesenen Wohlthaten. Alle Augenblicke sollen Erinnerungen an deine göttliche Gegenwart bei mir sein. Alle Wallungen meines Geblütes sollen dir sagen, daß ich lieber mein Blut vergießen will, als in eine schwere Sünde einwilligen. Alle Bewegungen meiner Glieder sollen dir bekennen, daß ich dir, meinem Gott, beständig treu dienen will bis in den Tod. Alle Regungen meines Herzens sollen Stimmen sein, welche dir immer zurufen: Gott zu Ehren alles, was ich thue- Jesu zu Liebe alles, was ich leide!
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5. Diese meine Meinung soll allgemein sein, soll gelten in allen meinen Werken, auch den geringsten, in allen Begebenheiten und Vorfällen, in Wachen und Schlafen, auch sogar, wenn ich in meiner letzten Krankheit von Sinnen kommen sollte. Diese meine Meinung soll vollkommen sein; wenn ich des Tages nur seufze: Gott zu Ehren Jesu zu Liebe! so soll dieses so viel heissen, als wenn ich alle jetzt ausgesprochenen Meinungen wiederhole. Diese meine Meinung soll beständig sein, soll nie durch eine Sünde oder sündhafte Meinung verändert oder vernichtet werden. Und wenn dieses leider aus Schwachheit geschehen sollte, so wünsche ich, daß mein Bund mit
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