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Morgenandacht.
durch täglich diese Tugenden erweckt und andächtig spricht. Dies ser Ablaß, der auch den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden kann, wird am Tage der Beicht und heiligen Kommunion gewonnen, so wie auch in der Stunde des Todes. Benedikt XIV., 28. Jan. 1756.
S. 6. Geistlicher Bund mit Gott.
Diesen Bund kann man als besondere Andachtsübung an Sonntagen und Festen, wie auch an Werktagen, wenn nach dem Morgengebete nach etwas Zeit übrig ist, mit Nußen gebrauchen.
O mein Gott und Herr, deine höchste Majestät und unendliche Güte erfordert zwar, daß ich dich alle Augenblicke lobe und preise. Weil mir dieses aber in dem zeitlichen Leben nicht immer möglich ist, so opfere ich dir meinen guten Willen für das Werk auf, und mache folgenden Bund mit dir, welcher mein ganzes Leben hindurch für alle Augenblicke gelten soll:
1. Alle Neigung zu irgend einer Sünde schließe ich gänzlich aus meinem Herzen aus, und bekenne vor deinem göttlichen Angesichte, daß ich eher Gut und Blut, Ehre und Menschengunst, Leib und Leben verlieren will, als daß ich mit Wissen und Vorsat eine einzige Todsünde beginge. Ich bitte dich auch, wenn du vorhersiehst, daß ich in einem gewissen Augenblicke tödtlich sündigen werde, so laß mich den Augenblick vorher des jähen Todes in deiner Gnade sterben. Verleih mir, daß ich dir dieses nicht bloß mit dem Munde sage, sondern daß es auch der innigste Wunsch meines Herzens sei.
2. Alle sündlichen Gedanken, Vorstellungen, Gemüthsbewegungen, Gelüste, Begierden, von welcher Art sie auch sein mögen, verabscheue ich gänzlich; ich widerspreche ihnen jest für die Zeit, in welcher sie mir dunkel oder klar zum Bewußtsein kommen werden, und erkläre mit fester Entschlossenheit, lieber zu sterben, als in die sündlichen Gedanken einzuwilligen.
3. Alle meine inneren und äußeren Werke Leibes und der Seele, meine Sorgen und Arbeiten, meine Worte und


